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KACHEL/SIDETRACKED-Split 7″:
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Reviews:

Underdog

Dortmund gegen München. HC-Punk trifft Thrashcore. Das verspricht Oberhaus-Qualität und ja, das hält sie auch. SIDETRACKED sind spielen abgefuckt straight in your face, wash the shit off, erinnern an Rosa Luxemburg, burn the city down und marching a crusade. Das Vorhaben läuft in geordneten Bahnen, hier bricht keine Panik aus. So sind die Strukturen auch nicht hektisch-hypnotisch aufgebaut, sondern konzentrieren sich auf die Kraft des disziplinierten Verstandes. KACHEL haben es schon eiliger und können es kaum abwarten, bis sie das Seil zerschneiden und sich von Konvention und der Balance loslösen. „The only thing that stays the same is change“. Ich würde da gerne Ion Dissonance zitieren: The More Things Change, The More They Stay The Same! Wie dem auch sei. Beide Bands sind Energiebündel und verlangen physisch einiges an Kondition ab. So modellhaft ihre Interpretationen auch sind, so temporeich und dynamisch ist die Umsetzung. Kein Fortschritt in Sachen Spielkultur, aber eine Offenbarung der kleingliedrigen Phrasierungskunst….anders ausgedrückt: Punk als Emphase.

Allschools

Auch KACHEL schreiben sich zwar deutlich (Hardcore)Punk zu, bedienen sich jedoch sehr wohl dem druckvollen Spiel von Hardcore, einem gewissen Crust-Anteil und Stilmitteln wie eben Crew-Shouts („Notes From The Crest“). Dass man hier aber nicht auf plumpe „Gottchen, wie schlecht es mir geht“-Lyric setzt macht diese EP besonders sympathisch. “Ignore the contradiction between regularities and the subliminal impression of their lability. The only thing that stays the same is change” mag für viele natürlich trotzdem etwas arg nihilistisch klingen. Hinterfragt man den Sinn aber, dürfte klar sein, dass das alltägliche Leben im Überall gemeint ist. Klingt ziemlich gut, dürfte live auch prima funktionieren. Gibt’s die noch?

Ox

Auf der einen Seite gibt es heavy Newschool-Hardcorre von Sidetracked aus Dortmund, hier bürgt Alex Rising Riot für Qualität und zwar nicht nur als Sänger, sondern auch als Labelmacher. Kachel andererseits sind eine straighte Hardcore-Band aus München, was ja ansonsten nicht gerade die Hauptstadt der HC-Bewegung ist. Sie sind etwas langsamer und bringen es in gleicher Spielzeit auf zwei Songs, in der Sidetracked vier raushauen. Beide Bands haben auf eine aufwendige Produktion verzichtet und die Tracks im Proberaum aufgenommen – es sollte ehrlich, roh und böse klingen und verdammt, das tut es.

Punkrock

Ginge es um Masse statt Klasse, dann wären Sidetracked mit ihren vier Songs gegenüber den zweien von Kachel ganz klar im Vorteil. Da dies aber nicht der Fall ist, können sie sich ganz klar das Wasser reichen, worum es aber bei Splits mit befreundeten Bands gar nicht geht. Sympatisch fnde ich, dass abgemischte Proberaumaufnahmen als Vorgabe dieser Single dienten und einmal mehr bewiesen wurde, dass man nicht zwangsläufig zig Knöpfe und Kanele braucht, um es ordentlich rummsen zu lassen. Sowohl Sidetracked aus dem Ruhrpott, als auch Kachel aus Bayern kommen so ungeschliffen, roh und kantig rüber. Jeweils feiner, sauberer Hardcore ohne große Effekthascherei, mal zackiger unterwegs, mal mit etwas mehr Zeit.

Plastic Bomb

Sidetracked sind in der Punk Hardcore Szene hier in NRW bereits seit einigen Jahren bekannt, vor allem durch ihre wilden Liveshows als auch durch die Platten, die sie bereits heraus gebracht haben. Wild und hart hören sich auch die 4 neuen Sidetracked Songs auf dieser Split 7″ an, allerdings finde ich diese Aufnahme etwas schwach auf der Brust und den Gesang eher heiser als gewollt rau. Dafür überraschen mich Kachel auf der Rückseite der Split 7″ mit ihren zwei Songs, die richtig fett und geil aufgenommen wurden, so dass ihr Old School Hardcore Punk auf dieser Split 7″ besser rüber kommt, auch wenn sie spieltechnisch nicht besser oder schlechter als Sidetracked sind. Die beiden Kachel Songs alleine lohnen den Kauf dieser Split 7″.

Useless

Eine Split EP, die Hardcore aus dem Ruhrpott und aus Bayern zusammenbringt. Auf der A-Seite finden sich vier Songs von Sidetracked aus Unna. Die Jungs sind seit 2008 in dieser Besetzung unterwegs und sie liefern auf der EP vier neue rohe Hardcore Breitseiten mit räudiger Stimme ab. Die beiden ersten Songs sind unter einer Minute. Wie gewöhnlich bei Sidetracked mit politisch eindeutigen Texten. Im zweiten Song 1919 hauen sie uns Rosa Luxenburgs Statement: „Ich war, ich bin, ich werde sein“ um die Ohren (allerdings in Englisch). Alle Aufnahmen auf der EP sind Proberaum Demos. Aber der Sound bei den Sidetracked Stücken ist ziemlich breiig und die Stimme kommt nicht wirklich gut. Kachel aus München, die Oldschool Hardcore machen, klingen deutlich besser. Der Sound ist gut abgemischt (trotz Proberaum) und die Songs haben mehr Dynamik. Mir gefällt ganz klar die B-Seite mit den beiden krachigen Hardcore Stücken von Kachel besser.

Spastic Fantastic

Der Distanz wegen überraschende Kombi auf dieser Split, aber vielleicht gerade deshalb umso besser. Hier trifft die HC-Punk Maschinerie von Sidetracked auf das Thrashcore Gewitter von Kachel. Dortmund gegen München und nicht nur im Fußball ne spannende Sache. Beide Bands jeweils mit neuen Songs, gewohnt straight vorwärts und ordentlich auffe Zwölf.

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KACHEL-st MC/CD:
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Reviews:

Profane Existance

Minimal packaging accompanies the 6 songs on this disk. The sound is decent thrashy H/C punk with a raw recording- which makes this a fun, high energy demo that only barely taps into this bands potential. Lyrics are well written and sang in English. Pretty good effort, wonder what’s next for this German band?

Yellow is the new pink

I know I got prejudices sometimes and I still think that hardcore and Bavaria are somewhat a strange combination. However bands like Ghostchant, Red Tape Parade and Kachel prove me dead wrong… Kachel from München play thrashy hardcore with good lyrics ranging from poltics to playing with tin soldiers. Six songs in about ten minutes (plus acoustic bonus track) pretty much tell what to expect: fast, straight hardcore without too much curlicue. The strong lead guitars remind me of Just Went Black at times. But where the Hamburg based band is dark and emo, Kachel are angry and pissed off. The raging vocals got some Limp Wrist in them and the artwork is awesome (koalas! penguins!). Good band with nice people. If hardcore was always like this I’d even enjoy going to shows!